Service Newsletter Aktuelles
  • Aktuelle Infos für Planungsbüros
  • Berufshaftpflichtversicherung:
  • Risiko Baukostenobergrenze
  • Objektüberwachung; PartGmbB

UNIT-Newsletter 11-12/22 (Auszüge + aktuelle Ergänzungen)

Baukostenobergrenze: keine verschuldensunabhängige Haftung akzeptieren! 
In den meisten Vertragsmustern geben öffentliche Auftraggeber eine Baukostenobergrenze vor. Die vertragliche Vereinbarung einer Baukostenobergrenze stellt eine Beschaffenheitsvereinbarung dar. Die Folge ist, dass bei einer Überschreitung die Leistung des Planers mangelbehaftet ist. Zu unterscheiden sind nun vertragliche Konsequenzen (Honorar) auf der einen und gesetzliche (Schadenersatz-) Ansprüche des Bauherrn auf der anderen Seite. Alle Ansprüche, die allein auf die vertragliche Vereinbarung der Kostenobergrenze gründen, sind als Erfüllungsansprüche nicht durch die Berufshaftpflichtversicherung gedeckt. Deckungsschutz besteht ausschließlich für Ansprüche aufgrund gesetzlicher Haftpflichtbestimmungen privatrechtlichen Inhaltes. Voraussetzung für einen deckungsrelevanten Schadenersatzanspruch gegen den Architekten/Ingenieur ist, dass diesen ein Verschulden an der Überschreitung trifft. Anders als bei einem “bloßen” Überschreiten von ermittelten Kosten stehen dem Planer bei Vereinbarung einer festen Kostengrenze keine Toleranzen zur Verfügung. Der Auftraggeber muss zudem einen Schaden nachweisen können, er muss also wirtschaftlich schlechter gestellt sein als ohne den Fehler des Planers. Der Auftraggeber muss sich folglich einen Vorteilsausgleich anrechnen lassen, insbesondere jede durch die Mehrkosten bewirkte Wertsteigerung. Sowiesokosten werden grundsätzlich nicht als Schadenposition anerkannt. In der Praxis lässt sich demzufolge kein exponiertes Haftungsrisiko für den Planer beobachten. Das Hauptaugenmerk sollte daher darauf liegen, keine Vertragsklauseln zu unterschreiben, die eine verschuldensunabhängige Haftung bedeuten würden - und die leider vereinzelt immer noch vorkommen. Ihre UNIT-Berater und Netzwerk-Rechtsanwälte checken verdächtige Klauseln auf Anfrage für Sie. 

Objektüberwachung an „Ausführenden“ vergeben? 
Gelegentlich hören wir von Kunden, die z. B. für die Objektüberwachung von Elektro-Installationen statt spezialisierten Ingenieuren Fachleute aus der „ausführenden Praxis“ einsetzen. Das ist dann ein Risiko, wenn der Subauftragnehmer nur eine Betriebshaftpflichtversicherung hat, die nicht für Planungsschäden eintritt – und nicht wie vorgeschrieben eine Berufshaftpfichtversicherung, gegen die im Schadenfall regressiert werden könnte. Die Berufshaftpflichtversicherung des beauftragenden Büros könnte dann eine Vertragsstrafe verhängen („Strafprämie“), weil der Versicherungsnehmer das Honorar für den Subplaner als Vergabeleistungen falsch oder unvollständig gemeldet hat.

Aon-Studie bAV: Mitarbeiter wünschen Absicherung bei Tod und Invalidität
Über drei Viertel der jungen Arbeitnehmer unter 30 Jahren ist es „sehr wichtig” oder „eher wichtig”, dass ihr Arbeitgeber eine betriebliche Altersversorgung anbietet. Unternehmen, die für diese begehrten Fachkräfte attraktiv bleiben wollen, sollten daher darauf achten, die bAV bedarfsgerecht auszugestalten und insbesondere Zusatzleistungen einen größeren Stellenwert in ihrer internen Kommunikation einzuräumen. Aon hat sowohl Arbeitgeber als auch Mitarbeitende aus Unternehmen aller Größenklassen und Branchen befragt, um herauszufinden, wie Angebot und Bedarf im Hinblick auf betriebliche Altersversorgung zusammenpassen. Die Befragung von 1.000 repräsentativ ausgewählten Mitarbeitenden zwischen 18 und 35 Jahren ergab dabei, dass diese sehr großen Wert auf die Absicherung ihrer Familie im Todesfall und vor allem ihres Berufsunfähigkeitsrisikos legen. Die meisten Mitarbeiter sind sogar bereit, für diese Zusatzleistungen auf Teile ihrer Altersbezüge zu verzichten. Diesem großen Interesse steht aber ein Informationsdefizit gegenüber: Ein großer Teil der Mitarbeiter fühlt sich „sehr schlecht” oder „eher schlecht” über ihre Altersvorsorge informiert oder weiß gar nicht, ob ein bAV-Angebot existiert. Hier bestehen also gute Möglichkeiten, durch gezielte Kommunikation und Modifikation des Leistungspakets das bAV-Konzept für aktuelle und potenzielle Arbeitnehmer attraktiver und wahrnehmbarer zu machen.


Partnerschaftsgesellschaft mbB: aktuelle rechtliche Fragen ++ Liberalisierung ab 2024 
In den Jahren seit ihrer Einführung haben viele Freiberufler ihr Büro in die „neue“ Rechtsform  Partnerschaftsgesellschaft mit beschränkter Berufshaftung überführt, bei Architekten gemäß Kammerbefragung z. B. zwölf Prozent aller Büros. Ein Grund ist die Haftungsbegrenzung. Diesbezüglich möchten wir klar stellen, dass die Haftung gesetzlich beschränkt ist auf das Gesellschaftsvermögen – und nicht „auf die Versicherungssumme der Berufshaftpflichtversicherung“, wie es aktuell auf dem Existenzgründerportal des Bundeswirtschaftsministeriums zu lesen ist. Ein weiterer Grund für die Beliebtheit ist die Eignung für Nachfolgermodelle, wobei die Einschränkung auf „Beratende“, ergo selbständig tätige Ingenieure für interne Nachfolgelösungen mit bisherigen angestellten Mitarbeitern eine Hürde darstellt. Das bevölkerungsreichste Bundesland könnte diese Hürde jetzt dadurch entschärft haben, dass im neuen Baukammerngesetz NRW auch für „leitende Angestellte“ die Möglichkeit geschaffen wird, als Beratende Ingenieure zu gelten. Übrigens steht demnächst eine Liberalisierung im Hinblick auf die Firmierung an: Derzeit verlangt § 2 Abs. 1 PartGG, dass in den Namen der PartGmbB der Name mindestens eines Partners aufgenommen wird. Diese Vorgabe wird nach Inkrafttreten des Gesetzes zur Modernisierung des Personengesellschaftsrechts (MoPeG) zum 1. Januar 2024 nicht mehr aufrechterhalten. Auch die Aufführung der Bezeichnungen der in der Partnerschaft vertretenen Berufe soll dann nicht mehr erforderlich sein.

Aon-Marktreport: Trend zu integrierten Projektversicherungen
Unsere „Schwesterabteilung“ Aon Construction beobachtet einen anhaltenden Trend zu integrierten Projektversicherungen, die Bauleistung, Montage, (Planungs-)Haftpflicht kombinieren. Zitat aus dem im September veröffentlichten Aon-Marktreport 2022: „Die Baubranche boomt auch in diesen turbulenten Zeiten. Zuletzt sehen sich jedoch alle Parteien in dem ohnehin komplexen Feld weiteren Herausforderungen ausgesetzt. Nicht nur steigende Rohstoffpreise, unsichere Lieferketten und ein sehr volatiles Marktumfeld bringen Unsicherheiten mit sich. Auch das Absicherungsbedürfnis der finanzierenden Banken und aller unmittelbaren Projektbeteiligten erhöht sich zusehends. Diese komplexe Gemengelage mit unterschiedlichsten Beteiligten wirkt sich auch auf die Versicherung der betroffenen Risiken aus. […] Auch vor diesem Hintergrund hat sich die sogenannte kombinierte Projektversicherung für das komplette Spektrum an Bauprojekten als sinnvollste und beste Lösung durchgesetzt. Sie schützt die Bauherren, alle am Bau tätigen Haupt- und Subunternehmer sowie Planer, Architekten, Ingenieure und Sonderfachleute und berücksichtigt zudem die Interessen von Geldgebern und Investoren. Die integrierte Projektversicherung ist sowohl für klassische Hochbauten, reine Tief- und Ingenieurbauwerke z. B. im Bereich Infrastruktur als auch für komplexe Industrieanlagen ideal geeignet. Die Lösung wird von immer mehr Versicherern angeboten. Die Zahl potenzieller Führungsversicherer für Großprojekte bleibt auf gleichem Niveau. Für die passende inhaltliche Ausgestaltung, die bestmögliche Marktabdeckung und eine enge Projekt- und Schadenbegleitung nehmen auf Bauprojekte spezialisierte Makler im Zentrum der Gesamtlösungen eine Schlüsselrolle ein. Denn neben einer fundierten Risikoanalyse bietet ein breites Benchmarking die Grundlage für eine bessere Entscheidungsfindung. Für eine optimale Platzierung am Versicherungsmarkt ist eine qualifizierte und intensive Aufbereitung der Projektinformationen heute essenziell. In Zeiten von sich verengenden Zeichnungskapazitäten und steigenden Prämien bieten sich den Kunden weitere Vorteile, wenn der Makler über einen breiten Zugang zu lokalen Erstversicherungsmärkten hinaus auch Zugriff auf internationale Kapazitäten sowie den Rückversicherungsmarkt hat.“


Arbeitsrecht: Pflicht für Arbeitgeber zur Einführung einer Zeiterfassung 
Das Bundesarbeitsgericht hat in seinem Urteil vom 13.09.2022 (1 ABR 22/21) ausgeführt, dass bei unionsrechtskonformer Auslegung des § 3 Abs. 2 Nr. 1 ArbSchG, der die Grundpflichten des Arbeitgebers normiert, der Arbeitgeber gesetzlich verpflichtet sei, die Arbeitszeiten der Arbeitnehmer zu erfassen. Gemäß Dr. iur. Christoph Roos, Fachanwalt für Arbeitsrecht beim UNIT-JUR.-Netzwerk-Mitglied RNSP, bedeutet das Urteil für die Praxis, dass nun alle Arbeitgeber verpflichtet sind, die Arbeitszeiten ihrer Mitarbeiter systematisch zu erfassen. Zitat aus seinem Blogbeitrag (Link s. u.): „Aktuell schreibt das Arbeitsschutzgesetz keine bestimmte Form der Zeiterfassung vor, auch Stundenzettel waren ausreichend. Die an der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs orientierte Entscheidung sieht jedoch ein nachvollziehbares und vor allem fälschungssicheres System vor, ähnlich einer Stechuhr. In Betracht kommen beispielweise elektronische Terminals, durch die sich die Arbeitnehmer mithilfe eines Chips oder per Fingerabdruck an- und abmelden. Wann und in welcher Form die Entscheidung umgesetzt werden soll, ist noch unklar. Stimmen in der Politik heißen die Entscheidung des Bundesarbeitsgerichts willkommen und fordern eine zügige Umsetzung. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales will zunächst die Begründung des Urteils abwarten, die im November erwartet wird. Flexible Arbeitszeitmodelle wie etwa Vertrauensarbeitszeit, als auch Homeoffice, sollen aber auch nach einer Gesetzesreform weiterhin möglich sein“.

Vorzugspreis für UNIT-Kunden: Weiterbildung Streitlöser:in DGA-Bau Zert® für die Bau-/Immobilienwirtschaft
Unser Kundenberater Martin Bacher erläutert bei dem Zertifizierungslehrgang Streitlöser DGA-Bau Zert® den Themenkreis, wie die Einbettung von Versicherungen in die außergerichtliche Streitbeilegung erfolgreich gelingen kann. Mit außergerichtlicher Erledigung können wesentliche Ressourcen beim Planen und Bauen geschont werden. Derzeit fehlt es jedoch noch an qualifizierten Streitlösern, um die und Konflikte zeitnah zu regeln. Das Alleinstellungsmerkmal des Weiterbildungslehrgang für Ingenieure, Architekten, Juristen, Auftraggeber und Unternehmer ist die interdisziplinäre Zusammensetzung mit drei wichtigen Ausbildungssäulen: Bauwirtschaft, Baurecht und Verhandlungs- und Konfliktmanagement. Die Deutsche Gesellschaft für Außergerichtliche Streitbeilegung in der Bau- und Immobilienwirtschaft e. V. und die BVM BauVertragsManagement GmbH haben diesen Lehrgang konzipiert. Sie bieten UNIT-Kunden diese Weiterbildung zu dem Vorzugspreis an, der auch für Mitglieder des DVP Deutscher Verband für Projektmanagement in der Bau- und Immobilienwirtschaft gilt. Der 15-tägige Wochenendlehrgang findet mit hochkarätigen Referenten in 5 Modulen in der Zeit vom 9. Februar bis 17. Juni 2023 in Ismaning bei München statt. Wenn Sie als außergerichtlicher Streitlöser oder als Mediator, Schlichter, Adjudikator, Schiedsgutachter, Schiedsrichter mit baurechtlicher und baubetrieblicher/bautechnischer Expertise dazu beitragen wollen, dass Konflikte kompetent, effizient und verbindlich gelöst werden, informieren Sie sich unter https://bvm-seminare.de/streitloeser/ 

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Bis 31.12. Verjährung hemmen: Regress gegen Gesamtschuldner 
Hat ein Bauherr kürzlich nur Ihr Planungsbüro als Gesamtschuldner für einen Schaden in Anspruch genommen und nicht die anderen Verantwortlichen? Dann ist dringend anzuraten, vor Jahresende verjährungshemmende Maßnahmen gegenüber den anderen möglichen Gesamtschuldnern einzuleiten. Darauf weisen das UNIT-Schadenmanagement-Team und Rechtsanwälte im UNIT-JUR.-Netzwerk regelmäßig hin, denn der Ausgleichsanspruch im „Innenverhältnis“ der Gesamtschuldner unterliegt gemäß § 426 Abs. 1 BGB einer eigenen, dreijährigen Verjährungsfrist – unabhängig von den jeweiligen Gewährleistungsfristen im Verhältnis zum Bauherrn, die bereits verjährt sein können. Der Verjährungsbeginn für den Regressanspruch ist kenntnisabhängig, d. h. die drei Jahre beginnen erst mit Ablauf des Jahres, in dem der Planer Kenntnis von den anspruchsbegründenden Tatsachen hatte. Gemäß Rechtsprechung entsteht der Ausgleichsanspruch nicht erst, wenn der in Anspruch genommene Gesamtschuldner den Bauherrn befriedigt, sondern bereits in dem Moment, in dem die Baubeteiligten als Gesamtschuldner gegenüber dem Bauherrn ersatzpflichtig werden. Zum darauf folgenden Jahreswechsel beginnt also die dreijährige Verjährungsfrist für den Ausgleichsanspruch. 

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2. Januar 2023: Einsendeschluss für die Ausschreibungsunterlagen zum Deutschen Brückenbaupreis 2023. Die Bundesingenieurkammer und der Verband Beratender Ingenieure VBI loben erneut den Deutschen Brückenbaupreis in zwei Kategorien aus: Straßen- und Eisenbahnbrücken, Fuß- und Radwegbrücken. Gesucht werden neben innovativen Projekten auch wieder besondere Ertüchtigungen, Sanierungen und kleine „Schönheiten“. Erstmals vergibt die Jury einen Sonderpreis für eine herausragende Lösung oder Entwicklung auf dem Weg zum klimaneutralen Bauen. Während bei den beiden Preiskategorien ganzheitlich gelungene Bauwerke ausgezeichnet werden, würdigt der neue Sonderpreis Detailleistungen oder -lösungen. Einsendeschluss für Einreichungen ist der 2. Januar 2023. Als Sponsor würden wir uns freuen, wenn wieder UNIT-Kunden unter den Gewinnern sind! Die Unterlagen sowie Bildmaterial der bisherigen Preisträgerbauwerke und weitere Informationen finden Sie unter www.brueckenbaupreis.de. Die feierliche Preisverleihung findet am 30. Mai 2023 in Dresden statt.

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Abmahnwelle gegen Homepageinhaber läuft, die bestimmte Google Fonts (kostenlose Web-Schriftarten) nutzen - Details nennt eine Information der Architektenkammer NRW  

 

+++++++++++++Auszüge aus älteren Newslettern ++++++++++++++++++

Cyber-Sicherheit: Gratis-Check mit simulierten Phishing-E-Mails 
Auch wenn der Mensch als Einfallstor Nummer eins gilt (siehe unten HDI-Studie), so ist er doch auch der beste Schutzschild für Unternehmen, um sich gegen Cyberangriffe zu wehren - wenn er für die Gefahren aus dem Internet sensibilisiert ist. Um UNIT-Berufshaftpflicht-Kunden auf die Angriffsmethoden und -muster krimineller Hacker vorzubereiten, bieten wir daher mit dem Cybersicherheitsunternehmen Perseus Technologies einen Gratis-Phishing-Check an. Sie glauben, dass Ihr Unternehmen gut aufgestellt ist und Ihre Mitarbeitenden ausreichend darin geschult sind, Phishing zu erkennen und richtig zu reagieren? Testen Sie es aus! In wenigen Schritten können das Unternehmen angelegt, E-Mails von Mitarbeitenden hinzugefügt und die Simulation gestartet werden. Ab diesem selbstgewählten Zeitpunkt werden bis zu drei realitätsnahe Phishing-E-Mails versendet. Klickt ein Mitarbeitender auf eine der Phishing-Simulationen, wird der Test gestoppt und gilt als nicht bestanden. Erkennen Ihre Mitarbeitenden den Phishing-Versuch, ist der Test nach sieben Werktagen mit einem positiven Ergebnis beendet. Verschaffen Sie sich einen Einblick, wie sicher Ihr Unternehmen wirklich ist! Einzelheiten finden Sie im pdf-Download unten auf der Seite oder schreiben Sie eine Mail an matthias.lange@perseus.de

Cyberattacken: Studie zu Angriffswegen sowie Schäden belegt hohes Risiko für Freiberufler 
HDI hat im Rahmen einer Studie Entscheider aus über 500 kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) sowie Freiberufler nach Cyberangriffen befragt. Erstaunlich: Der durchschnittliche finanzielle Schaden einer Cyberattacke liegt bei Freiberuflern mit 120.000 Euro sogar über dem Gesamtdurchschnitt (95.000 Euro). Fast ein Drittel der Kleinstunternehmen mit bis zu neun Mitarbeitern und 37 Prozent der Kleinunternehmen mit zehn bis 49 Mitarbeitern sind in den vergangenen Jahren bereits Opfer von Cyber-Attacken geworden. Die Angreifer zielen schwerpunktmäßig weiterhin auf die größte Schwachstelle, die Mitarbeiter vor dem Monitor. 
Zu den Angriffsmethoden geben 20 Prozent der Unternehmen an, dass sie bereits durch Vortäuschen falscher Identitäten, Spam- oder Phishing-Mails attackiert wurden. Fast genauso viele wurden über verseuchte Anhänge in E-Mails an Mitarbeiter oder durch Schadsoftware angegriffen. Zählt man social engineering und das Ausnutzen von Schwachstellen im Homeoffice und mobilem Arbeiten dazu, so laufen nach wie vor fast 60 Prozent der erfolgreichen Angriffe über Mitarbeiter.
Rund ein Viertel der betroffenen Unternehmen (24 %) musste laut der HDI-Untersuchung Betriebsunterbrechungen als Folge der Attacken in Kauf nehmen – also das Schadensszenario mit den höchsten Schadenkosten. Bei mehr als der Hälfte der betroffenen Unternehmen war der Betrieb der IT-Systeme für mindestens zwei Tage eingeschränkt, bis die Schadsoftware entfernt und Updates eingespielt werden konnten. Rund 15 Prozent mussten sogar mit vier bis sieben Tagen Betriebsstörungen klarkommen, darunter viele Kleinstunternehmen. Daneben sahen sich 15 Prozent mit Schadenersatzforderungen von Kunden konfrontiert und 11 Prozent mit Lösegeldforderungen.
Besonders bedenklich ist, dass Cyberangriffe oft nur zufällig entdeckt wurden (28 %) oder gar erst durch die Schäden, die sie anrichten (19 %). Ebenfalls 19 % der Schäden wurden bei einer Überprüfung veröffentlichter Schwachstellen entdeckt. 
Als Konsequenz der erlittenen Cyber-Attacke wechselten 21 Prozent der Unternehmen in der Folge den IT-Dienstleister, über 25 % entschieden sich für den Abschluss einer Cyber-Versicherung. Zuvor verfügten 30 Prozent der Befragten über keinerlei Versicherungsschutz für den erlittenen Schaden. Nur bei einem Viertel der Schadenfälle war der Schaden umfassend durch eine Cyber-Versicherung abgesichert.

 

Phishing-Check gratis für UNIT-Kunden

Russland-Sanktionen auf Architekten- und Ingenieurleistungen erweitert.

Am 7.10.2022 hat die EU ein weiteres Sanktionspaket erlassen.

Arbeitsrecht: Pflicht für Arbeitgeber zur Einführung einer Zeiterfassung

 RNSP Rechtsanwälte stellen im UNIT-JUR.-Netzwerk Ansprechpartner für Arbeitsrecht.

Aon-Marktprognose 2022: u. a. Auswirkungen des Ukraine-Kriegs auf Cyberriskversicherungen

Nachhaltiges Bauen: Schutz bei Abweichen von Regeln der Technik? (Autor: Jochen Scholl)

Nachhaltiges Bauen: DGNB veröffentlicht Studie zu CO2-Emissionen von Bauwerken

 

Neue Mantelverordnung für Ersatzbaustoffe und Bodenschutz

BIM & Versicherung: Wie umfassend sind BIM-Anwender über ihre Berufshaftpflichtversicherung geschützt?

Das Magazinthema „Digitale Transformation“ berührt auch Versicherungsaspekte. Was die Berufshaftpflichtversicherung betrifft, kann vorab klargestellt werden: Planungsleistungen sind Methoden-unabhängig versichert, somit auch die Arbeit mit der Planungsmethode BIM. Dennoch gibt es Versicherungslücken und Grauzonen zu beachten – hier ein Überblick:

BIM-Koordination: ist keine bloße Software-Anwendung - die Zusammenführung zum Gesamtmodell beinhaltet auch die Überprüfung auf Kollisionen zwischen den Teilmodellen mit entsprechender planungstechnischer Kompetenz. Solche Koordinationsleistungen gehören zum versicherten Berufsbild eines Objektplaners. Das gilt nicht unbedingt für Fachplaner mit spezifischer Berufshaftpflichtversicherung zum Fachtarif, die keine Architektenleistungen umfasst. 

„BIM-Management“: Bei jedem BIM-Projekt gibt es obligatorische Managementaufgaben wie Beratungs-, Dokumentations-, Informations- und Kontrollleistungen, mit Schwerpunkt auf der für den Datenaustausch vorgesehenen IT-Infrastruktur. Nicht immer aber gibt es einen gesonderten – und im Vertrag auch so bezeichneten - „BIM-Manager“, oft werden Objekt- oder Generalplaner diese Aufgaben vertraglich übernehmen. Das heißt: auch wenn der „BIM-Manager“ in neuesten Bedingungswerken führender Versicherer als mitversichert benannt ist, ist Vorsicht angebracht, denn etliche dieser Rolle gemeinhin zugeschriebenen IT-Leistungen kollidieren mit Ausschlüssen in den Berufshaftpflichtbedingungen. 
Die Versicherer gehen mit dieser Situation unterschiedlich um: Beim HDI ist eine individuelle Prüfung vorgesehen, nach der Versicherungsschutz für derartige vertraglich übernommene Leistungen ausdrücklich vereinbart werden kann. Die VHV dagegen hat eine BIM-Klausel eingeführt, die einige Erweiterungen für alle Kunden abschließend aufführt, während sie für andere Leistungen über die Berufshaftpflichtversicherung keine Deckung bieten will. Eingeschlossen sind demnach z. B. „beratende Tätigkeiten hinsichtlich der Auswahl oder des Kaufes von BIM-fähiger Software“ oder „notwendige Einweisungen oder Schulung anderer an einem konkreten Bauvorhaben Beteiligter in Bezug auf die Softwarelandschaft des Bauvorhabens, sofern dies zur Kommunikation oder zum Datenaustausch notwendig ist“. Nicht versichert bleiben z. B. „Software-Erstellung, -Handel, -Implementierung, -Pflege“ oder auch „Schulungen hinsichtlich der individuellen planerischen Nutzung von Bausoftware“. Zudem ist eine weitere Einschränkung zu beachten: die Managementleistungen werden nur dann als versichert betrachtet, sofern eine eigene Planungsleistung erfolgt, sowie ausschließlich für die Erstellung von Bauwerken. 

Betreiben eines BIM-, sonstigen Datenaustausch- oder Kommunikationsservers: Dass diese originäre IT-Leistung und somit die Risiken von Serverausfällen überhaupt in spezifische Berufshaftpflichtbedingungen für Architekten und Ingenieure Aufnahme fand, belegt die Bereitschaft führender Versicherer, dem Wandel im Berufsbild durch BIM Rechnung zu tragen. Auch Planer mit dieser Bedingungserweiterung sollten beachten, dass der Versicherungsschutz ausschließlich die Haftung für Drittschäden umfasst und technischen Voraussetzungen wie dem Einhalten des „aktuellen Stands der Internet- und Sicherheitstechnik“ unterliegt. 

Datenverlust bleibt Risiko! 
Abschließend muss auf das gefährlichste Haftungsrisiko hingewiesen werden, das die vermehrte Datennutzung bei BIM mit sich bringt. Verlust, Beschädigung oder Abhandenkommen von Daten sind weder auf den o. g. „betriebenen“ Servern noch auf eigenen Servern der Beteiligten gedeckt, schon gar nicht Kosten für die Wiederherstellung von IT-Infrastruktur. Wer derartige Risiken versichern will.  benötigt IT-Haftpflicht- und Cyberversicherungen. 

 


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