Service Newsletter Aktuelles
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  • BIM-Informationsdefizit
  • Kostenplanung: keine Prognosen!

UNIT-Newsletter 5-6/22 (Auszüge + aktuelle Ergänzungen)

BSI warnt vor Kaspersky-Virenschutzsoftware  (ergänzt am 16.3.)

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) warnt angesichts russischer Cyberangriffe im Zuge des Ukraine-Kriegs vor dem Einsatz von Virenschutzsoftware des russischen Herstellers Kaspersky. Das BSI empfiehlt, die Anwendungen aus dem Hause Kaspersky durch alternative Produkte zu ersetzen. Die Pressemitteilung vom 15. März finden Sie hier. Hinweis: erste Versicherer wollen die fortgesetzte Nutzung als Gefahrerhöhung werten. Ihre UNIT-Kundenberater kommen diesbezüglich auf betroffene Kunden zu und stehen für Fragen gern zur Verfügung.

Aon-Marktprognose 2022 zu Auswirkungen des Kriegs in der Ukraine (ergänzt am 28.03.2022)

Der Ausbruch des Krieges in der Ukraine erschüttert uns zutiefst. Unsere Solidarität und unsere Gedanken sind in diesen schweren Zeiten bei allen notleidenden Menschen in der Ukraine. Der Ukraine-Konflikt ist nicht nur eine Gefahr für die Sicherheit in Europa, sondern wird auch wirtschaftliche Folgen haben, deren Ausmaß wir noch nicht absehen können. Unsere Risiko-Experten von Aon analysieren aber ständig die neusten Entwicklungen und unterstützen unsere Kunden dabei, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Die Aon-Marktprognose ist entsprechend mit einem "Brennpunkt Ukraine" veröffentlicht worden, aus dem wir hier den Absatz "Cyber" zitieren:

"Ein Diskussionsthema im Zusammenhang mit der Ukraine-Krise ist das damit einhergehende Risiko von Cyberangriffen, die unter anderem von staatlich unterstützten Akteuren (sog. state sponsered actors) oder sogar von lose koordinierten Cyberaktivistengruppen [...] durchgeführt werden könnten. Vor diesem Hintergrund stellen sich deutsche Versicherungsnehmer zunehmend die Frage, ob ihre Cyberversicherungen hieraus resultierende Schäden decken oder ob Schäden möglicherweise durch Kriegsausschlüsse ausgeschlossen sein könnten. Bislang fanden Cyberangriffe in der Regel in einer „Grauzone“ zwischen Frieden und Konflikt statt und standen oft im Verdacht, von sog. state sponsored actors wie den russischen „Fancy Bears“ oder „Cozy Bears“ durchgeführt worden zu sein. Die eindeutige Zurechnung zu einem Staat oder einer Regierung war schon immer eine Herausforderung für die Versicherer, die die Beweislast für das Vorliegen eines Versicherungsausschlusses tragen. Die Situation in der Ukraine ist jedoch durch den aktiven Konflikt deutlich verändert und die Frage der Zurechnung ist möglicherweise einfacher zu beantworten. Die Frage, wie eine Cyberversicherung auf einen Cyberangriff reagieren würde, der sich gegen Computersysteme in der Ukraine richtet und sich dann über Netzwerke auf andere Länder oder direkt auf Computersysteme in Drittländern ausbreitet, ist nach wie vor sehr komplex. Es bedarf einer sorgfältigen Prüfung des Wortlauts der Versicherungsbedingungen und des Sachverhaltes. Ob ein Versicherer legitime Gründe hätte, sich auf einen Kriegsausschluss bei einem Cyberangriff im Zusammenhang mit der aktuellen Situation in Russland und der Ukraine zu berufen, hängt stark von den Umständen ab. Wir gehen davon aus, dass die Versicherer jeden Schaden anhand der jeweiligen Fakten und des anwendbaren Wortlauts der Police beurteilen werden. Je länger die Kausalkette zwischen dem fraglichen Cyberangriff sowie dem Schaden und dem aktuellen Konflikt in der Ukraine ist, desto schwieriger wird es für die Versicherer sein, sich auf den Kriegsausschluss zu berufen (z. B. wird der Kriegsausschluss weniger wahrscheinlich auf einen isolierten russischen Cyberangriff auf deutsche Computersysteme - wobei Deutschland nicht am Krieg beteiligt ist - Anwendung finden als auf einen russischen Cyberangriff auf ukrainische Computersysteme zur Unterstützung der laufenden Militäraktion in diesem Land). Mit Blick auf die Zukunft ist es möglich, dass deutsche Versicherer versuchen werden, einen Ausschluss ähnlich den neuen Ausschlüssen der London Market Association (LMA) „War, Cyber War and Cyber Operations“ zu übernehmen, die im November 2021 veröffentlicht wurden. Diese neuen Klauseln schränken die Deckung für staatliche oder staatlich unterstützte Cyberangriffe erheblich oder vollständig ein und machen es den Versicherern leichter, eine Zurechnung nachzuweisen. Wir sehen jetzt schon, dass die Versicherer die derzeitige Situation in ihrem Underwriting berücksichtigen."

[Es folgen Absätze zur Warenkredit- und Forderungsausfallversicherung sowie zur Warentransportversicherung] 

BIM: Kammer-Umfrage belegt Informationsdefizit – Live-Vorführung zu gewinnen  
Immer noch nutzt erst eine Minderheit der Architekturbüros BIM: nur 13 % der Befragten in Büros mit weniger als 10 Beschäftigten – das ergab eine aktuelle Umfrage der Bundesarchitektenkammer mit 14.176 Teilnehmern. Nur in den wenigen großen Büros ist BIM bereits Standard.
Gegen die Einführung von BIM spricht aus Sicht derer, die BIM bislang nicht nutzen, dass es von Seiten der Auftraggebenden bislang nicht gefordert werde, keinen erkennbaren Mehrwert für die Tätigkeitsfelder des eigenen Unternehmens bringe und mit zu hohen Investitionskosten verbunden sei. Ein mehrheitlich genannter Kritikpunkt ist daneben „eine unzureichende Klärung honorar-, haftungs- und urheberrechtlicher Fragen“. Aus UNIT-Sicht sind Haftungsrisiken kein Grund für BIM-Skepsis. Um das diesbezügliche Informationsdefizit zu verringern, verweisen wir auf unseren Beitrag zum Versicherungsschutz für die Rollen BIM-Koordination und BIM-Management in der Juni-Ausgabe des VBI-Magazins ingenium (den Text können Sie ganz unten auf dieser Seite lesen, wenn Sie hinter dem Link die Pfeile anklicken).
Wer sich ein Bild von dem Mehrwert machen möchte, den BIM im Planungsalltag bietet, den lädt unser Kunde Delta Umwelttechnik GmbH in Düsseldorf zu einer Einführung in die Möglichkeiten der virtuellen VR-/AR und XR-Anwendungen ins hauseigene BIM Labor ein. Das Büro nutzt dort eine High-End Powerwall sowie Greenscreen für Mixed Realtiy-Anwendungen. Die dort verwendeten Daten sind native CAD Daten und Punktwolken aus Bestandserfassungen. Interessenten melden sich bitte bis 9. Mai per E-Mail an jochen.scholl(at)unita.de.

Berufshaftpflichtversicherung: Versicherungsschutz im Bereich Baukosten 
Der Beitrag „Preissteigerungen am Bau: Keine Kostenprognosen abgeben!“ in der letzten Ausgabe (s. u.) hat einige Anfragen bezüglich des Versicherungsschutzes nach sich gezogen. Denn unter Umständen kann es im Zusammenhang mit Kostenschätzungen, Kostenberechnungen und Kostenanschlägen zu einem Haftungsanspruch kommen, wenn sich im Nachhinein herausstellt, dass die vom Planer ermittelten Kosten zu niedrig waren. Welche Kriterien für den Haftungsanspruch vorliegen müssen und welche für den Versicherungsschutz, haben wir daher in einem UNIT-Spotlight zusammengestellt, das Sie per E-Mail an jochen.scholl(at)unita.de bestellen können. Im Hinblick auf die vielfach missverstandene Kostenausschlussklausel in der Berufshaftpflichtversicherung soll hier aber betont werden, das für Planungsfehler, die zu einer Kostenüberschreitung führen, Versicherungsschutz besteht. Das gleiche gilt für die Kostenfestsetzung gemäß DIN 276, die in der Leistungsphase 8 HOAI abverlangt wird. Nicht unter den Ausschluss fallen zudem i. d. R. die Prüfung des Haftpflichtanspruchs und die Abwehr unberechtigter Ansprüche, die sich auf „Sowiesokosten“ beziehen. 

Bundesarbeitsgericht urteilt zum gesetzlichen Arbeitgeberzuschuss zur Entgeltumwandlung
Über vier Jahre nach Inkrafttreten des Betriebsrentenstärkungsgesetzes entschied das Bundesarbeitsgericht kürzlich erstmals über Fragen des Arbeitgeberzuschusses zur Entgeltumwandlung nach § 1a Abs. 1a BetrAVG (3 AZR 361/21). Das BAG stellte klar: Eine kollektive Regelung zur betrieblichen Altersversorgung, die den Mitarbeitenden einen Anspruch auf Entgeltumwandlung nach bestimmten Maßgaben einräumt, ist eine „kollektivrechtliche Entgeltumwandlungsvereinbarung“ im Sinne des § 26a BetrAVG. Entgeltumwandlungen aufgrund einer solchen Regelung müssen demnach nicht vor dem 1. Januar 2022 vom Arbeitgeber bezuschusst werden, wenn die kollektive Regelung bereits vor dem 1. Januar 2019 abgeschlossen wurde. Auf den Zeitpunkt, wann die Entgeltumwandlungsvereinbarung mit dem jeweiligen Mitarbeiter abgeschlossen wurde, kommt es nicht an. 

Neuer Sachverständiger für Honorar und Leistung (TA) im UNIT-JUR.-Netzwerk
Dipl.-Ing., Dipl. Wirtsch.-Ing. Martin Vielhauer ist neues Mitglied in unserem Experten-Netzwerk und wird unseren Berufshaftpflichtkunden für Fragen zu Honorar und Leistung zur Verfügung stehen. Der Ingenieur der Versorgungstechnik und Wirtschaftsingenieurwesen verfügt über mehr als 20 Jahre Berufserfahrung in der Technischen Gebäudeausrüstung, ist Lehrbeauftragter an verschiedenen Hochschulen in den Bereichen Honorarkalkulation und Autor diverser Fachpublikationen u. a. zur HOAI 2021. Als Honorarsachverständiger für TGA-Leistungen ist Martin Vielhauer spezialisiert auf Aufwands- und Leistungsbewertung, bietet aber mit den Partnern seines Unternehmens TEG (München) auch Beratungsleistungen für andere Ingenieurfachrichtungen im Bereich von Leitungsbild, Vertrag und Honorar. Dazu gehören Gutachten bezogen auf Honorar und Leistung sowie Beratung zur Leistungstiefe von HOAI-Planungsphasen.

Neu: VBI-UnternehmerWerkstatt – Praxisimpulse für Ihre Führungskräfte
Gemeinsam mit dem VBI hat UNIT ein neues zweitägiges Weiterbildungsangebot für Ihre (potenziellen) Führungskräfte konzipiert: die „VBI-UnternehmerWerkstatt“. Jeweils zwei bis drei Top-ReferentInnen bringen unterschiedliche Blickwinkel zu aktuellen Themenfeldern ein und geben praktische Impulse für den unternehmerischen Alltag. Das Abendprogramm zwischen den Workshop-Tagen bietet bei kühlen Getränken Gelegenheit zum intensiven Austausch untereinander und mit den Vortragenden. Ein Gast aus der Praxis leistet jeweils zusätzlichen Input und befeuert die Diskussion. „Neu“ sind auch die attraktiven Lokationen in Städten/Regionen, wo wir bisher nicht mit Seminaren präsent waren. Details zu den drei UnternehmerWerkstätten „Management- und Softskills“ (13./14. Juli in der SAP-Arena Mannheim), „Auftragsakquise/Vergabe“ (22./23. August. Erlebniszoo Hannover) und „Finanzen im Griff“ (31.8./1.9., Landsberg/Lech) finden Sie hier 

VBI-Seminare - rabattiert für UNIT-Kunden: 6.5. Mentale Stärke: Gelassenheit gewinnt, Berlin ++ 10.5. Rhetorisch kluges Verhalten in Verhandlungssituationen, online ++ 12.5. Vergaberecht für Planungsleistungen & Erfolgsstrategien für die Bewerbung und Angebotsgestaltung, Hamburg ++ 28./29.6. Managementskills im Ingenieurbüro, München

Alle Seminartermine finden Sie im Übersichtskalender

Bauschadenbericht Hochbau: weniger Schadensfälle, höhere durchschnittliche Schadenkosten 
Gemäß neuem VHV-Bauschadenbericht stellen Feuchtigkeitsschäden und Schäden an der Baukonstruktion den weitaus größten Anteil an den gemeldeten Schadenarten. Bei den Schadenursachen führen mit Abstand Ausführungs-/Montagefehler sowie „Schnittstellenproblematik/Kommunikation“ die Rangliste an. Für den inzwischen dritten Bauschadenbericht hat das Institut für Bauforschung (IFB) im Auftrag der VHV Daten gemeldeter Versicherungsschäden zwischen 2016 und 2020 analysiert. Themenschwerpunkte des Berichts sind der Zusammenhang zwischen Qualität und Kommunikation, die Rolle der Schlüsselbranche Bauindustrie, die Baukostenentwicklung, Baukonfliktmanagement, Streitvermeidung, Versicherungsschutz sowie die Entwicklung der Baudokumentation. Gastbeiträge von namhaften Experten aus der Baubranche, die sich mit der Zukunft des Bauens beschäftigen, runden den Bericht ab. Den kostenlosen Download finden Sie hier: https://www.vhv-bauexperten.de/vhv-bauforschung

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Auszüge aus älteren Ausgaben des UNIT-Newsletters

Preissteigerungen am Bau: Keine Kostenprognosen abgeben!
Bei der Objektplanung und insbesondere bei der Kostenplanung müssen die aktuellen enormen Preissteigerungen in der Baubranche berücksichtigt werden, die allein im Zeitraum von Februar bis September 2021 durchschnittlich ca. 20% betrugen. Diese Daten hat das Baukosteninformationszentrum Deutscher Architektenkammern mit dem Hinweis veröffentlicht, dass es auf der Grundlage eines Kostenrahmens oder einer anderen frühen Kostenermittlung zurzeit nicht mehr reiche, Kostenvergleiche durchzuführen und Kostendaten zu indexieren. Das Aufstellen einer Kostenprognose mit einer realistischen Einschätzung der Kosten zum Abschluss des Projekts sei auf jeden Fall anzuraten. Rechtsanwalt Ulrich Eix (LUTZ I ABEL Rechtsanwalts PartG mbB, Mitglied im UNIT-JUR.-Netzwerk) verweist dagegen auf die tatsächlichen Pflichten des Planers: im Rahmen der Grundlagenermittlung muss er den wirtschaftlichen Rahmen für ein Bauvorhaben abstecken. Diese Pflicht besteht ungeachtet der Verpflichtung, verschiedene Kostenermittlungen zu erarbeiten. Der Fachanwalt für Bau- und Architektenrecht stellt klar: Ist die Zielfindungsphase zu durchlaufen, hat der Planer eine „Kosteneinschätzung“ zu erarbeiten, bei der es sich nach dem gesetzgeberischen Willen um eine grobe Einschätzung der zu erwartenden Kosten für seine Finanzierungsplanung handeln soll (vgl. § 650p Abs. 2 BGB). Verpflichtet sich der Architekt „nur“ zur Erbringung der Grundleistungen nach den HOAI-Leistungsbildern, ist er im weiteren Projektverlauf aber zu keinen weiteren Kostenermittlungen mit Prognosecharakter verpflichtet. Denn die Kostenschätzung, die Kostenberechnung und alle weiteren im Rahmen der Grundleistungen vorgesehenen Kostenermittlungen sind ausweislich der jeweiligen Definition in DIN 276 auf Grundlage des jeweiligen Projektstands aufzustellen. Das bedeutet, die Kostendarstellungen sind Momentaufnahmen, die den status quo festhalten. Insbesondere pauschale Positionen für „Unvorhergesehenes“ oder „Preissteigerungen“ sind fehl am Platz. Auch die Kostenkontrolle bezieht sich immer nur auf einen Vergleich der aktuellen Kostenermittlung mit der vorhergehenden. Architekten und Ingenieure warnt Eix zur Vermeidung unnötiger Risiken sogar davor, Kostenprognosen oder ähnliches abzugeben. Denn wenn der Planer Kostenermittlungen zu besonderen Zwecken wie z. B. zu Finanzierung oder Budgetkontrolle gegenüber dem Bauherrn bekannt macht, trifft ihn eine gesteigerte Aufklärungspflicht, falls diese Kostenangaben zu niedrig bzw. falsch sind (vgl. OLG Oldenburg, Urteil vom 7.8.2018 – 2 U 30/18). Der Planer tut laut Eix daher gut daran, einerseits seinen Auftraggeber allgemein auf die aktuelle Preisrallye und damit verbundene wirtschaftliche Risiken hinzuweisen, andererseits aber nicht – im Sinne einer falsch verstandenen Dienstleistungsmentalität – konkrete Mutmaßungen anzustellen, welche Entwicklungen die Baupreise noch nehmen könnten. Für derartige Budgetbetrachtungen und -kontrollen ist der Bauherr selbst oder z.B. ein von ihm eingesetzter Projektsteuerer verantwortlich.

Eintragungspflicht für GmbH und PartGmbB im Transparenzregister

Zum 01.10.2017 wurde in Deutschland das Transparenzregister eingeführt. Es dient der Bekämpfung der Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung und legt offen, wer „hinter“ einer AG, GmbH oder Personengesellschaft steht. Es werden also die natürlichen Personen transparent, in deren Eigentum oder unter deren Kontrolle eine Gesellschaft steht. Bisher waren die Unternehmen von der Eintragungspflicht befreit, bei denen diese Information z.B. aus dem Handels- oder Partnerschaftsregister öffentlich abrufbar waren. Zum 01.08.2021 wurde das Transparenzregister zu einem Vollregister aufgewertet. Das bedeutet, dass nun z.B. GmbHs und Partnerschaftsgesellschaften den wirtschaftlich Berechtigten im Transparenzregister offenlegen müssen, also die Personen, die mehr als 25 % der Kapitalanteile oder Stimmrechte kontrollieren oder auf vergleichbare Weise Kontrolle ausüben. Falls kein solcher wirtschaftlich Berechtigter vorhanden ist, ist der Geschäftsführer als „fiktiver“ wirtschaftlich Berechtigter zu erfassen. Für die Eintragung wurde eine Übergangsfrist geschaffen (s. u.). Danach drohen Bußgelder.
Wir haben unser UNIT-JUR.-Netzwerk-Mitglied SPITZWEG Partnerschaft mbB um eine detaillierte Erläuterung gebeten. Den Beitrag finden Sie im Downloadcenter

Für die Erfüllung dieser Eintragungsverpflichtung hat der Gesetzgeber die folgenden Übergangsfristen eingeräumt:
- bislang nicht mitteilungspflichtige AG, SE oder KGaA bis 31.03.2022
- bislang nicht mitteilungspflichtige GmbHs, Genossenschaften, Europäische Genossenschaften oder Partnerschaftsgesellschaften bis 30.06.2022
- alle sonstigen bislang nicht zur Mitteilung verpflichteten Rechtsträger bis 31.12.2022.

 

Ausschreibungen: Anforderungen an Berufshaftpflichtversicherung steigen
Immer öfter fordern Kunden bei uns eine Versicherungsbestätigung an, die neben den Versicherungssummen bestimmte Aussagen enthalten soll. Beispiele von Eigenerklärungen im Rahmen von VGV-Verfahren wie „Die vereinbarte Jahreshöchstleistung ist für das laufende Versicherungsjahr weder für Personen- noch für Sach- und Vermögensschäden ausgeschöpft“ belegen, wie genau die Versicherungsnachweise mittlerweile von den Auftraggebern betrachtet werden. Nicht selten werden Auftragnehmer und deren Versicherer verpflichtet, bei Nichtzahlung der Prämie eine Meldung an den Auftraggeber abzugeben. Hinzu kommt, dass es gemäß aktueller Rechtsprechung (siehe Vergabekammer Thüringen, Beschluss vom 19.08.2019, 250-4004-13510/2019-E_013-EF) zum Ausschluss führt, wenn ein Bewerber zwar den Nachweis für die geforderte Berufshaftpflichtversicherung erbringt, dieser aber nicht für die gesamte Vertragszeit, sondern nur für eine einjährige Versicherungslaufzeit gilt. Weil die Anforderungen der öffentlichen und gewerblichen Auftraggeber an den Versicherungsschutz dem Grunde und der Höhe nach weiter zunehmen, weisen wir mal wieder auf günstige Optionen zur Erhöhung der Versicherungssummen oder Maximierungen hin. Um dauerhaft und bezahlbar auskömmliche Versicherungssummen nachweisen zu können, ohne jedes Mal erst aufwändig objektgebundenen Versicherungsschutz beantragen zu müssen, Pläne einzureichen etc., bietet sich neben der Erhöhung des Berufshaftpflicht-Grundvertrages insbesondere der UNIT EXCEDENT an. Über diesen eigenständigen Vertrag, für den automatisch die Versicherungsbedingungen Ihres Grundvertrages gelten, lassen sich die Deckungssummen sehr preisgünstig um bis zu  10 Mio. € erhöhen. Für Kooperationsprojekte mit anderen Planungsbüros empfehlen wir zur internen Risikoverteilung separate Objektversicherungen.

Aon-Marktprognose 2022

Nachhaltiges Bauen: DGNB veröffentlicht Studie zu CO2-Emissionen von Bauwerken

 

Spotlight Starkregen: welche Schäden sind versichert?

Gebäudeversicherung/Büroinhalt UNITALLRISK ++ KFZ-Versicherung +++ Handlungsempfehlungen

Kumulrisiken durch Ransomware - zum Cyber-Angriff auf IT-Dienstleister Kaseya

Der am 2. Juli von russischen Hackern verübte Cyberangriff betraf dabei nicht nur Kaseya selbst, sondern legte Schätzungen zufolge mehrere tausend weitere Unternehmen lahm - direkte Kunden des IT-Dienstleisters und deren Kunden. Eines von ihnen die schwedische Supermarktkette Coop, die am Folgetag des Angriffs rund 800 Filialen geschlossen halten musste, da die Kassensysteme nicht funktionierten. Auch in Deutschland meldete sich bereits ein IT-Dienstleister als Opfer. „Was wir hier erleben ist eine sogenannte Supply Chain Attack“, erklärt Konstantin Bittig, Director Cyber Risk & Security bei Aon. „Hier wird eine von zahlreichen Unternehmen genutzte Software infiltriert, woraufhin sich die Schadsoftware rasend schnell und fast unaufhaltsam von einem System zum anderen verbreitet. In der Versicherungsbranche sprechen wir in solchen Fällen von einem Kumulrisiko: Das Risiko, das ein einziges Ereignis bei vielen Betroffenen einen Schaden verursacht und somit schließlich auch die Prämien der Versicherung erheblich steigen.“

Um die Supply Chain-Angriffe zu beenden, ist jetzt besondere Vorsicht geboten. Aon empfiehlt Kunden daher, umgehend zu prüfen, ob sie im Unternehmen oder über ihren IT-Dienstleister ebenfalls IT-Lösungen von Kaseya nutzen. Ist dies der Fall, sollten die Anweisungen von Kaseya befolgt und deren Compromise Detection Tool eingesetzt werden.

Neue Mantelverordnung für Ersatzbaustoffe und Bodenschutz

Aon bloggt zum Tag der Architektur (Autor: Jochen Scholl)

Aon Global Risk Management Report 2021

BIM & Versicherung: Wie umfassend sind BIM-Anwender über ihre Berufshaftpflichtversicherung geschützt?

Das Magazinthema „Digitale Transformation“ berührt auch Versicherungsaspekte. Was die Berufshaftpflichtversicherung betrifft, kann vorab klargestellt werden: Planungsleistungen sind Methoden-unabhängig versichert, somit auch die Arbeit mit der Planungsmethode BIM. Dennoch gibt es Versicherungslücken und Grauzonen zu beachten – hier ein Überblick:

BIM-Koordination: ist keine bloße Software-Anwendung - die Zusammenführung zum Gesamtmodell beinhaltet auch die Überprüfung auf Kollisionen zwischen den Teilmodellen mit entsprechender planungstechnischer Kompetenz. Solche Koordinationsleistungen gehören zum versicherten Berufsbild eines Objektplaners. Das gilt nicht unbedingt für Fachplaner mit spezifischer Berufshaftpflichtversicherung zum Fachtarif, die keine Architektenleistungen umfasst. 

„BIM-Management“: Bei jedem BIM-Projekt gibt es obligatorische Managementaufgaben wie Beratungs-, Dokumentations-, Informations- und Kontrollleistungen, mit Schwerpunkt auf der für den Datenaustausch vorgesehenen IT-Infrastruktur. Nicht immer aber gibt es einen gesonderten – und im Vertrag auch so bezeichneten - „BIM-Manager“, oft werden Objekt- oder Generalplaner diese Aufgaben vertraglich übernehmen. Das heißt: auch wenn der „BIM-Manager“ in neuesten Bedingungswerken führender Versicherer als mitversichert benannt ist, ist Vorsicht angebracht, denn etliche dieser Rolle gemeinhin zugeschriebenen IT-Leistungen kollidieren mit Ausschlüssen in den Berufshaftpflichtbedingungen. 
Die Versicherer gehen mit dieser Situation unterschiedlich um: Beim HDI ist eine individuelle Prüfung vorgesehen, nach der Versicherungsschutz für derartige vertraglich übernommene Leistungen ausdrücklich vereinbart werden kann. Die VHV dagegen hat eine BIM-Klausel eingeführt, die einige Erweiterungen für alle Kunden abschließend aufführt, während sie für andere Leistungen über die Berufshaftpflichtversicherung keine Deckung bieten will. Eingeschlossen sind demnach z. B. „beratende Tätigkeiten hinsichtlich der Auswahl oder des Kaufes von BIM-fähiger Software“ oder „notwendige Einweisungen oder Schulung anderer an einem konkreten Bauvorhaben Beteiligter in Bezug auf die Softwarelandschaft des Bauvorhabens, sofern dies zur Kommunikation oder zum Datenaustausch notwendig ist“. Nicht versichert bleiben z. B. „Software-Erstellung, -Handel, -Implementierung, -Pflege“ oder auch „Schulungen hinsichtlich der individuellen planerischen Nutzung von Bausoftware“. Zudem ist eine weitere Einschränkung zu beachten: die Managementleistungen werden nur dann als versichert betrachtet, sofern eine eigene Planungsleistung erfolgt, sowie ausschließlich für die Erstellung von Bauwerken. 

Betreiben eines BIM-, sonstigen Datenaustausch- oder Kommunikationsservers: Dass diese originäre IT-Leistung und somit die Risiken von Serverausfällen überhaupt in spezifische Berufshaftpflichtbedingungen für Architekten und Ingenieure Aufnahme fand, belegt die Bereitschaft führender Versicherer, dem Wandel im Berufsbild durch BIM Rechnung zu tragen. Auch Planer mit dieser Bedingungserweiterung sollten beachten, dass der Versicherungsschutz ausschließlich die Haftung für Drittschäden umfasst und technischen Voraussetzungen wie dem Einhalten des „aktuellen Stands der Internet- und Sicherheitstechnik“ unterliegt. 

Datenverlust bleibt Risiko! 
Abschließend muss auf das gefährlichste Haftungsrisiko hingewiesen werden, das die vermehrte Datennutzung bei BIM mit sich bringt. Verlust, Beschädigung oder Abhandenkommen von Daten sind weder auf den o. g. „betriebenen“ Servern noch auf eigenen Servern der Beteiligten gedeckt, schon gar nicht Kosten für die Wiederherstellung von IT-Infrastruktur. Wer derartige Risiken versichern will.  benötigt IT-Haftpflicht- und Cyberversicherungen. 

 


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